Adenium
Update: 25.03.2012 (bitte bis ganz unten scrollen)
22.01.2012
Adenium, die Wüstenrose, ist mein neuestes "Forschungsprojekt". Die Pflanzen, die in der Natur (Afrika, Arabien/Insel Sokrota) bis zu 4 Meter Höhe erreichen können, werden bei uns gerne wie Bonsais gehalten. Das Schöne an ihnen ist der sich bildende Caudex (Verdickung des Stamms) und die bei den Adenium-Hybriden häufig erscheinenden sehr schön gemusterten Blüten. Da ich ja auch ein Fan von Echinopsis-Hybriden bin, liegt es nahe, mich gar nicht erst mit der botanischen Art (A. arabicum, A. obesum, A socotranum, um nur einige zu nennen) aufzuhalten, sondern gleich Hybridensamen auszusäen. Dies habe ich im November 2011 erstmals versuchsweise getan. Zwar sind nicht alle Samen gekeimt, doch die Überlebenden werden gehegt und gepflegt. Mit einer fortlaufenden Fotodokumentation werde ich die Entwicklung hier zeigen (mit wenigen Erläuterungen). Die Pflanzen (besser gesagt, die Sämlinge) stehen seit der Aussaat auf einer Heizmatte und werden mit einem Spot aus der Terraristikhandlung beleuchtet.
Gezeigt wird immer der Zustand des 1. Pikierens am 04.12.2011 und der ersten Düngung (mit einer halben Ration Compo-Blumendünger) am 21.01.2012. Zwischendurch wurden sie regelmäßig gegossen, hin und wieder mit Vitanal zur besseren Wurzelbildung. Es handelt sich derzeit um 3 Schalen mit jeweils 3 bis 5 Sämlingspflanzen.
Zunächst ein Bild vom 20.11.2011, kurz nach der Aussaat:


04.12.2011 - pikiert

21.01.2012 - gedüngt

Topf 1: 04.12.2011 - pikiert

Topf 1: 21.01.2012 - gedüngt

Topf 2: 04.12.2011 - pikiert

Topf 2: 21.01.2012 - gedüngt

Topf 3: 04.12.2011 - pikiert

Topf 3: 21.01.2012 - gedüngt
Im Topf 1 stehen meine besten Sämlinge, im Topf 2 hat der dritte von vier Keimlingen nicht überlebt, im Topf 3 sind eher Mickerlinge, die sich aber tapfer halten.
27.02.2012 Die Sämlinge aus November 2011 haben etwas zugelegt:


Ich dünge sie mit Vitanal und Wuxal.
Drei Sämlinge hatte ich 2010 von einer Kakteenfreundin erhalten. Sie wurden im Februar 2011 das erste Mal geschnitten, damit sie sich besser verzweigen. Beschnitten ist bei den Winzlingen natürlich zuviel gesagt, es wurde lediglich die Triebspitze ausgeknipst.
02.10.2010:



22.01.2012: Eine der oben gezeigten Pflanzen (Nr. 38 C) habe ich in einen Lechuza-Topf gepflanzt. Dabei handelt es sich um ein Erd-Bewässerungs-System, das entfernt Hydrokultur ähnelt. Die Pflanzgefäße sind besonders hoch, weil sie in der unteren Hälfte einen Wasserspeicher beherbergen. Die Pflanzen können mit dem alten Erdballen in die Töpfe gesetzt werden und werden mit einem besonderen Granulatgemisch (dem sogenannten Lechuza-Pon) aufgefüllt. Zweck des Ganzen ist, dass die Wurzeln eines Tages bis in den Wasserspeicher reichen. Die Erfahrung einer Adeniumfreundin zeigt, dass die Adenien bei dieser optimalen Wasser- und Düngeversorgung wesentlich schneller wachsen und einen schöneren Caudex ausbilden, als dies in den gängigen Töpfen der Fall ist. Später werden die Pflanzen wieder in einen normalen Topf mit durchlässigem Substrat umgesetzt, wo sie dann als "Bonsais" weiterwachsen können. Wie gesagt, dies ist ein erster Versuch meinerseits in diese Richtung. Die Proportionenen von Gefäß und Pflanze sind nicht optimal, sollen hier aber an zweiter Stelle stehen.

Das Gefäß im Ganzen gesehen.

Ansicht A

Ansicht B
Die drei Geschwisterpflanzen stehen seit etwa November in einem kühlen Raum und wurden seither kaum gegossen (vielleicht ein- bis zweimal einen Eßlöffel voll Wasser). Sie haben fast alle Blätter verloren. Da es noch zu früh ist, die Pflanzen wieder normal zu gießen, ist auch dieser Lechuza-Sämling noch nicht gegossen worden. Ich werde weiter berichten.
27.02.2012
Die drei Pflanzen sind jetzt seit gut 10 Tagen angegossen und wieder prall gefüllt. Nachdem ich die beiden normal in Kakteensubstrat getopften mit Vitanal und Wuxal gegossen habe, zeigen diese deutlich grünere und größere Blätter als die Pflanze in den Lechuza-Topf. Alle drei Töpfe stehen am Süd-West-Fenster.


Oben: die beiden normal-getopften Pflanzen
Unten: die Lechuza-Pflanze:

13.03.2012: Nachdem die Pflanzen jetzt seit knapp einem Monat wieder bewässert wurden, kann man einen ersten Vergleich ziehen zwischen der Pflanze im Lechuza-Topf und den beiden in normaler Kakteenerde. Die Lechuza-Pflanze ist zunächst blattmäßig kaum gewachsen, die Blätter waren dunkelgrün. Erst seit etwa 3 oder 4 Tagen sehe ich deutlichen Neuaustrieb. Die beiden "Normlos" hingegen sind ziemlich schnell gewachsen und die Blätter sind größer und zeigen ein helleres Grün. Der Caudex (der dicke Stamm) bei der Lechuza-Pflanze hat mehr Umfang als die beiden anderen Testkandidaten. Zum Fototermin habe ich die Pflanzen durch untergelegte Bücher auf gleiche Höhe gebracht. Fazit: Die These, dass die Stämmchen im Lechuza sich besser ausbilden als in normaler Kakteenerde scheint sich zu bestätigen. Zum Beweis also hier das Foto:
25.03.2012
Zwischenzeitlich habe ich auch die beiden anderen Adeniumpflanzen in ein selbstgemachtes Lechuza-Topf-System umgepflanzt. Es sieht jetzt so aus:
Der linke rote Übertopf ist ein Überbleibsel von einem Weihnachtsgesteck, im rechten Topf befand sich ursprünglich ein Markenjoghurt. Die Pflanzen sollen ja nur vorübergehend im Lechuza-Pon bleiben, bis sie einen schönen Caudex gebildet haben. Nächstes Jahr werden sie dann in eine Bonsaischale umgetopft. Grundlegendes zu Lechuza kann man auf der Hompage der Firma nachlesen. Hier kurz das Prinzip der Eigen-Variante, die auch nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen ist, sondern von einer Forumteilnehmerin erdacht wurde. Man nehme einen leeren Plastikübertopf - in meinem Fall den Joghurtbecher - suche einen entsprechend kürzeren Blumentopf für innen dazu, der etwa 2/3 der Höhe des Joghurtbechers ausmacht. In diesen Topf mache man unten zwei größere Löcher (in meinem Fall handelt es sich um Orchideentöpfe, die schon gelocht waren) und ziehe eine Synthetikschnur (z. B. aus einer Tragetasche) hindurch. Dieser innenliegende Topf muß oben einen Rand haben, mit dem er auf dem Übertopf aufliegt. Der Blumentopf wird mit etwas Lechuza-Pon gefüllt, die Adeniumpflanze (mit Resten der Erde) hineingestellt und rundum ebenfalls mit Pon aufgefüllt. Anhand eines Meßbechers finde man nun heraus, wieviel Wasser benötigt wird, damit das untere Drittel des überaus geschmackvollen Übertopfes gefüllt ist. Die Schnur soll bis zum Boden des Übertopfes reichen und später über Kapillarwirkung das Wasser nach oben in des Substrat befördern. Der innenliegende Blumentopf darf das Wasser jedoch nicht berühren. Diese herausgefundene Menge Wasser gieße man nun über das Lechuza-Pon (= das Substrat im Topf), damit dieses befeuchtet wird und sich die Nährstoffe des Düngers nach und nach lösen. Nun braucht man nur noch zu warten, bis nach 2 oder 3 Wochen (bitte zwischendurch mal kontrollieren) sämtliches Wasser aufgesogen worden ist. Dann wartet man noch ein paar Tage, bis auch das Substrat trocken ist. Dann gießt man dieselbe Menge Wasser, wie vorher schon ermittelt, wieder über das Substrat.
Im oben gezeigten Fall des Orchideen-Blumentopfes (rechts) sollten vielleicht noch die 6 überzähligen Löcher etwas mit zum Beispiel Haushaltspapier abgedeckt werden, damit nicht zuviel Substrat in den Übertopf rieselt. Es gibt aber auch andere Plastiktöpfe mit einem Rand zu kaufen, da muß man lediglich zwei Löcher in den Boden bohren.
Die Pflanzen können recht tief in das Lechuza-Pon-Substrat gesetzt werden. Der Caudex bildet sich später in dem Substrat. Nach dem Verpflanzen habe ich die drei Adenien auch noch beschnitten, wobei ich das Messer sicherlich noch tiefer hätte ansetzen können. Nun hoffe ich, dass die Pflanzen weiter unten neu austreiben und sich verzweigen:



Viele weitere Informationen und einen regen Austausch findet man auch hier im Adenium-Beitrag von www.kakteenforum.com.