Herzlich Willkommen.

Auf meiner Homepage werde ich in erster Linie über meine Kakteen berichten. Ein kleiner Raum ist aber auch meinen anderen Hobbies - dem Patchworken und Quilten, dem Stricken und dem Herstellen von Teddybären - gewidmet. Ich hoffe, dass Euch meine Seite gefällt und wünsche viel Spaß beim Stöbern.

Elke

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Tagebuch (Schlagwort: kakteen)

Neue Bilder

Zunächst hier meine Neuerwerbe vom 16.04.2010 im Überblick:

Neuerwerb_16042010_kaktusy.jpg

Es sind sehr viele Pflanzen der Gattung Mammillaria, einige Coryphantha, Escobaria und Turbinicarpus.  Die Rubriken Opuntia, Echinocereus, Chamaecereus und andere sollen sich nun auch zügig füllen, auch wenn die Pflanzen noch nicht blühen. Natürlich hoffe ich, dass sich das bald ändert. Einen Blick auf das schon gut gefüllte erste Frühbeet mag schon einmal einen Vorgeschmack geben:

Fruehbeet_Blick_17042010.JPG

Von Elke Seidel

Mammillaria mit Bär

Heute war ein ausgesprochen schöner Tag. Nachdem es in der Früh nur 1,5 °C auf dem Thermometer zu bestaunen gab (die Dächer waren weiss!), sind die Temperaturen im Laufe des Tages auf richtig hohe Werte angestiegen bei strahlend blauem Himmel. Es gab nicht nur keine Wolken am Himmel sondern auch keine Flugzeuge und somit keinerlei Kondensstreifen. Das alles haben wir dem Vulkanausbruch auf Island zu verdanken, der sämtlichen europäischen Flugverkehr lahm gelegt hat. Das Thermometer im Frühbeet hört bei einer Anzeige von 50 °C auf und der Zeiger war bis zum Anschlag. Also richtiges Kakteenwetter.

Zum Thema dieses Eintrags hier die passenden Fotos. Ein lieber Kakteenfreund aus Magdeburg hat sie sich gewünscht. Ich grüße ihn hiermit ganz herzlich. Vielleicht mögen er und auch andere Leser auch die neu eingestellten Fotos der Gattung Mammillaria anschauen. Alles Neuerwerbungen einer ebenso lieben Kakteenfreundin. Ihr seht: Kakteen machen Freunde;-)))

Mammillaria_Baer01.jpg

Mammillaria_Baer02.jpg

Mammillaria_Baer03.jpg

Bei meinen Neuerwerbungen war auch eine wunderschöne Parodia chrysacanthion-Hybride, für die ich leider noch keine Rubrik einrichten konnte. Deshalb erhält sie das Privileg, hier auf der ersten Seite zu erscheinen:

Parodia_chrysacanthion_Hybride_01_Nr491.jpg

 

 

Von Elke Seidel

Die erste Blüte 2010

Endlich steigen die Temperaturen und bei dem schönen Sonnenschein am gestrigen Tag öffnete sich die erste Blüte eines Gymnocalycium uruguayensis:

Gymnocalycium_uruguayense_MM195_Nr69.jpg

Weitere Bilder hier.

Die Stapelienaussaat hat noch keine weiteren Fortschritte gemacht. Ich habe heute die Pflänzchen, die mit ihren Wurzeln in der Luft hingen, in die Erde gebracht und die kompletten Schalen noch einmal dick mit Kies bedeckt. Ich hoffe, das hilft ihnen, nicht wieder umzufallen. Ansonsten habe ich seit ein paar Tagen die Folie entfernt.

Im Garten habe ich nun auch das zweite Frühbeet kakteenfreundlich mit Drainage und Lavalit hergerichtet, so dass dort die ersten Kakteen in Kürze ihr Sommerquartier beziehen können. An dem anderen Frühbeet habe ich noch ein paar Gehwegplatten verlegt und auch noch Platz gefunden, um einen großen, rechteckigen schwarzen Kübel (eigentlich zum Beton anmischen) für einige Winterharte aufzustellen. Nicht unbedingt schön, aber ich hoffe, die Opuntien werden die Häßlichkeit gnädig überwuchern;-)))

Vorwitzigerweise habe ich mir Prospekte der beiden Gewächshaushersteller Krieger in Herdecke und Beckmann im Allgäu bestellt. Man darf ja wohl noch träumen!!! Aber ein neues (größeres, stabileres) Frühbeet wird es nächstes Frühjahr wohl geben.

Von Elke Seidel

Stapeliaaussaat Tag 4

Sowohl Orbea variegata als auch Stapelie variegate legen turbomäßig los mit der Keimung. Hier aktuelle Bilder von heute:

Stapeliaaussaat_03.jpg

Stapeliaaussaat_04.jpg

Das schöne Wetter gestern und heute hat mich dazu veranlasst, nun auch den Echinocereen, Lobivien, Rebutien, Sulcorebutien und Agaven eine Ladung Zitrusdünger zu verabreichen. Da die Luftfeuchtigkeit aber noch sehr hoch ist und es auch in den nächsten Tagen wieder regnen soll, werde ich jetzt erstmal drei bis vier Wochen warten, bis ich das nächste Mal wässere. Ein Teil meiner Echinopsen habe ich - vor praller Sonne mit Vlies geschützt - ins Regal nach draußen gestellt. Sie wachsen in der Wohnung doch schon recht krumm. Heute Abend kommen sie aber wieder ins Haus, die Nächte sind doch noch zu kühl.

Von Elke Seidel

Stapelienaussaat

Gestern habe ich Stapelia variegata und Orbea variegata ausgesät. Ich werde davon eine kleine Fotodokumentation machen. Die Samen sind von der DKG, wobei die Orbeasamen aus dem Vorjahresangebot sind und die Stapeliasamen aus dem aktuellen Angebot. Zunächst die Samen im Vergleich:

Stapeliaaussaat_01.jpg

Die Aussaat erfolgte am 20.03.2010 in normaler Kakteenaussaaterde mit Bims und Blähschiefer vermischt. Probeweise habe ich jeweils die Hälfte der Samen mit Kies abgedeckt, die andere Hälfte liegt frei auf der Erde, was man auch ganz gut erkennen kann:

Stapeliaaussaat_02.jpg

Die Samen wurden nicht gebeizt und es wurde auch kein Chinosol ins Gießwasser gegeben. Nun stehen die Töpfe mit einem Gefrierbeutel drumherum am Fenster bei 23 °C.

Gestern bekam ich auch meine allerersten Ariocarpen. Ich bin ganz stolz auf meine Neuerwerbung und fürchte, dass es eine neue Leidenschaft wird. Ansonsten habe ich heute sämtliche Echinopsen zum ersten Mal in diesem Jahr gedüngt, und zwar mit Zitrusdünger (also Dünger für Zitruspflanzen). Beim ersten Gießen sollen sie ja ruhig etwas mehr Stickstoff bekommen. Dem Gießwasser habe ich ca. 7 Tropfen Baldrianblütenextrakt auf 2 Liter zugefügt. Aufgrund der unbefriedigenden Stellmöglichkeiten habe ich noch einmal hin und her geräumt und noch einen Fensterplatz in der Küche für einige Echinopsen freigeschaufelt. Auch die Winterharten unter dem Dachvorsprung habe ich mit diesem Dünger versorgt. Das Frühbeet stand den ganzen Tag offen, obwohl es geregnet hat. Mitte der Woche ist wieder besseres Wetter angesagt. Die Epi-Hybriden haben heute ebenfalls ihre erste Düngung bekommen, und zwar normalen Blühpflanzendünger mit Guano.

Von Elke Seidel

Der Frühling kommt!

Endlich ist es so weit, die Temperaturen steigen. Es gab viel zu tun in den letzten Tagen, nicht nur mit den Kakteen. Aber natürlich galt ihnen mein besonderes Augenmerk.

Am 8. März habe ich sämtliche Echinopsen und auch die letztjährigen Echinopsis-Sämlinge ins Wohnzimmer geholt. Dort ist es muckelig warm, vor allem, wenn die Sonne scheint. Ich habe sie durchdringend gegossen und schon am nächsten Tag waren sie förmlich explodiert. Gerade bei den Sämlingen habe ich ganz schön gestaunt, denn das habe ich noch nie gesehen bzw. so auch nicht erwartet. Schließlich war dies mein erster Kakteenwinter. Die Minis haben sich glatt verdoppelt und sind jetzt mehr lang als breit. Ich hoffe, dass dies nicht am Lichtmangel liegt sondern an der jeweiligen Art. Wie allen Kakteenliebhabern steht auch mir nur ein begrenzter Platz an den Fenstern zur Verfügung. Und dieser ist momentan von den neuen Aussaaten komplett belegt.

Als nächstes habe ich vor zwei Tagen die Epi-Hybriden ins Warme geholt und kräftig gegossen. Über den Winter standen sie ja mit im Winterlager bei Temperaturen von zeitweise 10 °C. Nachdem es hier jedoch in den letzten Tagen auch schon 15 °C hatte und ich in sämtlichen Erfahrungsberichten las, dass sie schon früh im März wärmer gestellt werden sollen, dachte ich mir, nun wird es Zeit. Ob sie mir in diesem Jahr schon die eine oder andere Blüte bescheren weiß ich noch nicht, da ich die Verdickungen an manchen Trieben noch nicht als Knospen erkennen kann. Ich vermute, dass es einfach nur neue Triebe werden, lasse mich jedoch auch gerne überraschen. Ach ja, da die Epis Schatten wünschen, stehen sie zurzeit auf den Schränken in einem nach Norden ausgerichteten Zimmer. Im vergangenen Jahr hatte ich sie relativ früh nach draußen gestellt, ich glaube, schon im Mai. Das Resultat war, dass sie durch den Regen im Mai/Juni so richtig klatschnass waren. Ich habe sie ziemlich oft hin- und hergeschleppt. Das möchte ich mir in diesem Jahr nicht wieder antun. Jetzt bleiben sie erstmal in der Wohnung, mag sein, dass ich sie später im Sommer doch noch nach draußen verlege.

Heute nun hat mich das Hausputz-Fieber erfasst. Zu diesem Zwecke mußte der größte Teil der Kakteen aus dem Winterlager weichen. Dass mir dabei ein Topf mit Echinocereus umgefallen ist und die ganze trockene Pracht an Erde und Kies auf dem Boden lag, sei nur am Rande erwähnt. Nachdem in meinen Kakteenforen Meinungen und Ratschläge laut wurden, die Echinocereen, Opuntien und diverse andere jetzt schon zu gießen (im Gegensatz zu den Tipps in diversen Büchern), habe ich sie heute kräftig angegossen und ins Frühbeet gestellt. Dieses habe ich den ganzen Tag bis zum späten Nachmittag geöffnet gelassen. Es wehte ein frischer Wind, was den Pflanzen ja gut tut. Auch die draußen überwinterten Echinocereus-Sämlinge haben eine Ladung Wasser bekommen. Nun bin ich wirklich gespannt, ob sie sich auch so aufplustern wie die Echinopsen.

Die Winterharten in verschiedenen Pflanzgefäßen, welche den Winter gut verpackt draußen verbracht haben, sehen so weit ganz gut aus. Nur bei einem - Ferocactus wislizenii SB228 - bin ich nicht sicher, ob er die Temperaturen gut verkraftet hat, denn er ist ziemlich gelb-grün marmoriert. Da er aber noch einen festen Körper hat und nicht weich und matschig ist, habe ich noch Hoffnung, dass er sich erholt.

Schön wären an dieser Stelle ein paar aktuelle Fotos - aber leider hatte ich nicht die rechte Zeit und Lust in den letzten Tagen. Sobald das eine oder andere wiederkehrt, werde ich mich aber daran machen und ein paar neue Bilder einstellen.

Zu guter Letzt noch ein Gruß nach Holland an Mariet J., die nicht nur Steiff-Tiere liebt und tolle Bären malt sondern genauso "kakteen-verrückt" ist wie ich. Zufälle gibt's.

Von Elke Seidel

Kapitulation

Nach den neuesten Wettervorhersagen soll es auch in unseren Breiten in den nächsten Tagen noch einmal richtig tief unter die Null-Grad-Marke gehen. Somit habe ich mich dann jetzt doch entschieden, die bereits "ausgewilderten" Kakteen zurück ins Haus zu holen. Das ist mir dann doch zu riskant, auch wenn es im Frühbeet noch immer einige Grade mehr hat als außerhalb.

Heute ist endlich auch die bei der DKG bestellte Samenlieferung eingetroffen. Einen Überblick, was von den bestellten Arten geliefert wurde, habe ich noch nicht. Es sind aber doch eine ganze Menge Tütchen gekommen. Bei Martina Ohr - www.echinocereus.de - und bei www.chiemgau-kaktus.de habe ich noch einige (wenige!) Echinocereus-Arten bestellt. Außerdem von den Ohrs das Buch "Eine Reise zu mexikanischen Standorten von Echinocereus pectinatus". Beim ersten Durchblättern war ich schon sehr beeindruckt von den tollen Fotos. Was mir dort fehlt, auch auf der Homepage, ist ein Hinweis, wie sie die Echinocereen hier in Deutschland kultivieren. Schließlich können wir ja leider nicht mal eben nach Mexiko fahren, obwohl es bestimmt interessant wäre. Im Chiemgau habe ich mich auf die winterharten Arten von Echinocereus beschränkt, außerdem noch zwei Opuntia- und eine Thephrocactus-Arten. Jetzt heißt es also in den nächsten Tagen, noch einmal Schaufel und Erde herausholen und aussäen.

Von Elke Seidel

Alles muss raus

Nein, es gibt keine Kakteen im Angebot! Alles muss raus bezieht sich auf meine spontane Entscheidung, heute doch einen Großteil meiner Kakteen ins Frühbeet zu stellen. Zumindest die Rebutien, Lobivien, Sulcorebutien und Mediolobivien habe ich dorthin verfrachtet. Draußen schien heute lange die Sonne und ich hatte eine ganze Weile das Frühbeet gelüftet. Trotzdem zeigt das Thermometer im Haus noch über 10 °C an. Geschützt ist das Frühbeet ja noch mit einer Lage Luftpolsterfolie. Vorher habe ich natürlich noch meine diversen Kakteenbücher befragt. In dem Buch von Holger Dopp fand ich eine Auflistung der Bedürfnisse der einzelnen Gattungen. Hier mal ein Auszug daraus:

Gattung /Temperatur und Licht in der Ruhezeit/Bester Standort

Astrophytum, Discocactus, Melocctus, Echinocactus, Ferocactus, Espostoa, Pilosocereus / Temperierte Überwinterung, nicht unter 15 °C, sehr hell / Warmes GH, beheizte, zugfreie Fensterbank

Ariocarpus, Turbinicarpus, Thelocactus, Coryphantha, Mammillaria (weiß), Lithops / Noch temperierte Überwinterung. nicht unter 8 °C, sehr hell / Warmes GH, beheizbares, gut gelüftetes Frühbeet, warme zugfreie Fensterbank

Tephrocactus, Echinocereus, Lobivia, Rebutia, Chamaecereus / 1 - 8 °C, sehr hell / GH, Frühbeet, Fensterbank, 06 bis 09 im Freien

Sulcorebutia, Echinopsis, Trichocereus, Mammillaria, Opuntia / 3 - 8 °C, sehr hell / wie oben jedoch mit Regenschutz

Parodia, Stenocactus, Notocactus, Gymnocalycium, Neoporteria, Frailea / 5 - 10 °C, sehr hell, häufig lüften / wie oben

Epiphyllum, Aporocactus, Rhipsalis / nicht unter 10 °C,dehr hell / Halbschattiges, temp. GH, Zimmervitrine, Blumenfenster, 06 - 09 im Freien

Zumindest ist dies eine gute Richtlinie. Man muss halt nur seine eigenen Erfahrungen machen. Ein gewisses Restrisiko gibt es ja bekanntlich immer. Aber ich will natürlich nicht hoffen, dass die Nachttemperaturen noch einmal langfristig unter 0 Grad gehen. Einen leichten Bodenfrost wird das Frühbeet hoffentlich abfangen.

In den nächsten Tagen werde ich auch die Oleander aus der Garage holen, denn sie können auch leichten Frost bis ca. -5 °C ertragen.

Von Elke Seidel

Alle meine Lieben

Heute Morgen habe ich alle Aussaaten vom vergangenen Jahr durchgezählt. Einige sind verschwunden, die ohnehin nur mit 2 oder 3 mickrigen Vertretern gekeimt waren. Dagegen haben sich andere auf wundersame Weise über den Winter vermehrt. Alles in allem ist die Population aber gleich geblieben, alles sieht gesund aus. Damit sie auch so bleiben und nicht auf die letzten Meter doch noch vertrocknen, habe ich die Kleinen alle gut mit lauwarmem Wasser besprüht. Sobald die Sonne sich blicken läßt, wird es in meinem Winterlager natürlich auch wärmer. Die hellen Plätze am Fenster sind natürlich überbelegt mit den Kleinen. Die größeren Pflanzen stehen zum größten Teil weiter im Rauminneren und dort auch in mehr oder minder dunklen Regalen. Da müssen sie jetzt durch! Die Rebutien stehen nun tagsüber bei etwa +4 °C auf der Außenfensterbank und werden am Nachmittag wieder ins Haus geholt.Ich hoffe, dass ich einige Pflanzen in zwei Wochen ins Frühbeet stellen kann. Ich denke hier insbesondere an die Rebutien, die Chamaecereen, einige nicht winterharte Echinocereen und eventuell noch Lobivien, die soweit mir bekannt ist auch ganz gut niedrige Temperaturen ertragen.

 

Von Elke Seidel

Viel zu berichten (Teil 1)

Kaum hat man mal eine Woche keine Gelegenheit, sich dem PC zu widmen, da sammeln sich die zu berichtenden Dinge - die ich ja letztendlich auch für mich hier notiere - ziemlich an. Daher werde ich die Berichte mal in einzelne Teile zerlegen, damit sie nicht zu lang werden. Ich beginne hier also mit Teil 1 (wie sinnig), den bisherigen Aussaaten.

Wie berichtet, habe ich meine ersten Aussaaten bereits im Januar, genau zwischen dem 22. und 28.01., vorgenommen. Jeder Topf wurde für sich in einen Gefrierbeutel gepackt und mit einem Gummiband verschlossen. Die einzelnen Töpfe habe ich in ungelochte Aussaatschalen gestellt und auf den Fußboden (geheizt) in Nähe der Fenster gestellt. Meine diesbezüglichen Erfahrungen sind zunächst einmal, dass sich Gummiringe zum Verschließen zwar ganz gut eignen (bei späterer Sonneneinstrahlung sind sie mir im vergangenen Jahr allerdings reihenweise kaputtgegangen), es aber sehr mühsam ist, bei einer Aussaat in rund 100 Töpfen diese zum späteren Lüften alle einzeln aufzupfriemeln. Da sind die Gefrierbeutel, die man oben zusammendrücken kann, weitaus besser, aber auch bei dieser Menge kaum kostensparend. Vielleicht werde ich beim nächsten Aussäen versuchen, die Beutel mit Büroklammern zu verschließen. Der zweite Punkt ist, dass man doch eine ganze Menge an größeren Aussaatschalen braucht - es passen immer 8 Töpfe hinein - so dass auch dies eine teure Angelegenheit werden kann. Zwar kann man die Töpfe zu beginn und auch später gut darin anstauen, aber sobald die Töpfe erst einmal in Plastiktüten sitzen, ist das Wässern ja auf längere Sicht erst einmal unnötig. Also habe ich mir für einen Teil der Töpfe im Supermarkt ein paar stabile flache Pappkartons besorgt, so dass ich die Aussaaten zumindest problemlos hin- und herschleppen kann. Um das gemeinsame Anstauen mache ich mir dann später Gedanken.

Zu den Aussaaten und Keimquoten an sich möchte ich folgendes festhalten:

Die Hybridensamen (Echinopsis, Trichocereus, Chamaecereus etc.) sind zum Teil sehr gut aufgelaufen, allerdings waren auch einige Flops darunter. Flops in sofern, dass entweder gar nichts keimte, die Keimlinge durchweg weiß und durchscheinend waren, oder - wie bei den Chamaecereus-Hybriden - ziemlich lang und dünn geworden sind. Meine erste eigene Kreuzung (Lobivia haematantha rebutioides "sublimiflora" x Lobivia haematantha v. rebutioides R219), von der ich 20 Korn geerntet hatte, hat gar nicht gekeimt. Was soll's. Einige Echinocereus-Kreuzungen, die von frostharten Exemplaren stammten und auf die ich ziemliche Hoffnungen gesetzt hatte, sind bisher noch gar nicht oder nur ganz vereinzelt aufgegangen. Aber es gibt auch Kreuzungen, die unzählbar viele knackig grüne Keimlinge mit gedrungenem Wuchs hervorgebracht haben, ganz so wie es sein sollte. Es bleibt also eine spannende Angelegenheit.

Die zweite Fuhre Samen sind Echinocereus, gekauft im Internet bei www. echinocereus.de (Martina Ohr). Hier lauten meine Aufzeichnungen in etwa so: Nix gekommen - 4 Keime - 13 Keime - fast alle da - alle da. Ich hab mal durchgezählt: Von 9 verschiedenen Arten (jeweils 50 Korn) habe ich 450 Korn ausgesät, davon sind bislang rund 252 Korn aufgegangen, also auf jeden Fall mehr als 50 %. Vielleicht lassen sich die, die bisher eine Nullrunde gemacht haben, ja später doch noch sehen. Gerade bei den Frostharten weiß ich nicht genau, wie das Keimverhalten ist, ob sie erst eine Kälteperiode brauchen um zu keimen oder was sonst. Bei Opuntien heißt es ja, man solle die Hoffnung nicht zu schnell aufgeben, weil nach Austrocknung und späterer Wiederbefeuchtung durchaus auch nach zwei Jahren etwas aufgehen kann. Übrigens habe ich bei meinen Opuntiensämlingen, die den Winter im Frühbeet verschlafen haben, auch den Eindruck, als seien dort noch zwei oder drei Samen aufgegangen, die ich vorher noch nicht gesehen habe. Die Natur wird es schon richtig machen, und der Mensch kann nur zusehen und staunen.

Nun komme ich zu meinen Sorgenkindern, den Sulcorebutien. Ich weiß echt nicht, was ich mit denen verkehrt mache. Schon im vergangenen Jahr war die Keimquote gegen Null, wobei ich dachte, ich hätte vielleicht zuviel Wasser in den Gefrierbeutel getan, so dass die Samen vielleicht versumpft sind. Aber auch die Samen, die ich jetzt ausgesät habe, und das waren doch 12 verschiedene Arten, haben bisher nur maximal 3 bis 4 Keimlinge hervorgebracht, manche auch noch gar nichts. Da stimmt doch irgend etwas nicht? Die Samen kamen schon aus einer zuverlässigen Quelle. Ob sie wohl eine längere Lagerzeit benötigen, bevor sie ausgesät werden? Ich werde mich da wohl noch umhören müssen. Für jeden Tipp bin ich dankbar.

Mammillaria! Was hat mich nur geritten, Mammillarien auszusäen? Eigentlich war ich doch immer gegen diese extrem bedornten Gartencenter-Kakteen. Bis ich dann feststellte, dass es dabei durchaus auch ganz andere und toll aussehende Arten gibt. Okay, ich gebe zu, sie enttäuschen mich bisher nicht und haben fast durchweg eine Keimquote von 80 % hervorgebracht. Da kommt sicher noch was auf mich zu.

Nun zu Ariocarpus, wirklich eine Spezies für sich. Etwas für Spezialisten, wie es heißt. Nichts für Unerfahrene. Nun gut, nach über einem Jahr und mit meiner Nase in jedem Kakteenbuch und auf jeder nur auffindbaren Website behaupte ich mal, dass ich mich allmählich auch an diese Gattung herantrauen kann. Heißt es nicht: Versuch macht klug? Da ich ja nun seit kurzem Mitglied in der DKG bin, habe ich mir die dortige Sonderpublikation über Ariocarpen bestellt. Die Bilder in dem Heft sind wirklich einzigartig. So viele Standortfotos und viele, viele Blüten. Dazu eine Beschreibung der verschiedenen Arten und Fundorte. Ein kurzer Einblick in die Aussaat und ein längerer Einblick in das Pfropfen der Ariocarpen (im übrigen sehr gut erklärt). Die 10 Euro waren für mich gut angelegt! Ach ja, und ganz nebenbei, es sind natürlich auch schon einige gekeimt.

Über die ausgesäten Astrophyten will ich gar nicht groß reden: Die kommen garantiert innerhalb von wenigen Tagen hoch. Keimquote fast überwiegend 90 %.

Echinocactus grusonii in zwei Ausführungen - mit gelben und mit weißen Dornen - habe ich eigentlich nur spaßeshalber ausgesät, weil der Samen so billig war. Das Resultat ist bisher eher enttäuschend. Von jeweils rund 50 Korn sind einmal 20 und bei der anderen Art 30 Korn aufgegangen, aber wie: lang und krumm, sich offensichtlich nach dem Licht streckend wie Tomatenkeimlinge. Also dass daraus einmal "Schwiegermuttersitze" werden könnten, wage ich zu bezweifeln.

Escobaria - eigentlich sind sie alle ganz gut aufgegangen, wenn nicht auch hier ein ABER dahinter stünde. Auch sie sind mit dem Zertifikat "zu lang" von mir versehen worden. Schade eigentlich. Ich hätte doch gerne mehr frostresistente Kakteen.

Coryphantha dagegen haben den Beinamen "dicke Pröppel" von mir bekommen. Von 30 Samen sind 35 gekeimt. Ups, wie geht das denn? Naja, man darf sich ja wohl noch verzählen. Alles ist gut mit diesen Keimlingen.

Notocactus uebelmannius, der eine sehr schöne weinrote Blüte bekommen soll und für das Fensterbrett geeignet ist, hat von 30 Korn nur einen Keim hervorgebracht. Ich warte geduldig auf mehr.

Das war es so im Groben bezüglich der Aussaaten. Ich habe versucht, die langen Keime mit einer mehr oder weniger dicken Schicht Kies (Körnung 1 - 2 mm) zu stabilisieren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Im übrigen wird es jetzt am Fenster bei zeitweiser Sonneneinstrahlung (ja - die gibt es noch!) schon wieder zu heiß und es liegt Zeitungspapier zum Schattieren bereit.

Wer bis hierher durchgehalten hat mit dem Lesen, der sei beglückwünscht. Ich verspreche, dass die Teile 2 und 3 nicht mehr ganz so ausufernd werden, aber bei den Aussaaten ging es leider nicht anders. Bis später.

Von Elke Seidel