Herzlich Willkommen.

Auf meiner Homepage werde ich in erster Linie über meine Kakteen berichten. Ein kleiner Raum ist aber auch meinen anderen Hobbies - dem Patchworken und Quilten, dem Stricken und dem Herstellen von Teddybären - gewidmet. Ich hoffe, dass Euch meine Seite gefällt und wünsche viel Spaß beim Stöbern.

Elke

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Tagebuch (Schlagwort: keimquote)

Viel zu berichten (Teil 1)

Kaum hat man mal eine Woche keine Gelegenheit, sich dem PC zu widmen, da sammeln sich die zu berichtenden Dinge - die ich ja letztendlich auch für mich hier notiere - ziemlich an. Daher werde ich die Berichte mal in einzelne Teile zerlegen, damit sie nicht zu lang werden. Ich beginne hier also mit Teil 1 (wie sinnig), den bisherigen Aussaaten.

Wie berichtet, habe ich meine ersten Aussaaten bereits im Januar, genau zwischen dem 22. und 28.01., vorgenommen. Jeder Topf wurde für sich in einen Gefrierbeutel gepackt und mit einem Gummiband verschlossen. Die einzelnen Töpfe habe ich in ungelochte Aussaatschalen gestellt und auf den Fußboden (geheizt) in Nähe der Fenster gestellt. Meine diesbezüglichen Erfahrungen sind zunächst einmal, dass sich Gummiringe zum Verschließen zwar ganz gut eignen (bei späterer Sonneneinstrahlung sind sie mir im vergangenen Jahr allerdings reihenweise kaputtgegangen), es aber sehr mühsam ist, bei einer Aussaat in rund 100 Töpfen diese zum späteren Lüften alle einzeln aufzupfriemeln. Da sind die Gefrierbeutel, die man oben zusammendrücken kann, weitaus besser, aber auch bei dieser Menge kaum kostensparend. Vielleicht werde ich beim nächsten Aussäen versuchen, die Beutel mit Büroklammern zu verschließen. Der zweite Punkt ist, dass man doch eine ganze Menge an größeren Aussaatschalen braucht - es passen immer 8 Töpfe hinein - so dass auch dies eine teure Angelegenheit werden kann. Zwar kann man die Töpfe zu beginn und auch später gut darin anstauen, aber sobald die Töpfe erst einmal in Plastiktüten sitzen, ist das Wässern ja auf längere Sicht erst einmal unnötig. Also habe ich mir für einen Teil der Töpfe im Supermarkt ein paar stabile flache Pappkartons besorgt, so dass ich die Aussaaten zumindest problemlos hin- und herschleppen kann. Um das gemeinsame Anstauen mache ich mir dann später Gedanken.

Zu den Aussaaten und Keimquoten an sich möchte ich folgendes festhalten:

Die Hybridensamen (Echinopsis, Trichocereus, Chamaecereus etc.) sind zum Teil sehr gut aufgelaufen, allerdings waren auch einige Flops darunter. Flops in sofern, dass entweder gar nichts keimte, die Keimlinge durchweg weiß und durchscheinend waren, oder - wie bei den Chamaecereus-Hybriden - ziemlich lang und dünn geworden sind. Meine erste eigene Kreuzung (Lobivia haematantha rebutioides "sublimiflora" x Lobivia haematantha v. rebutioides R219), von der ich 20 Korn geerntet hatte, hat gar nicht gekeimt. Was soll's. Einige Echinocereus-Kreuzungen, die von frostharten Exemplaren stammten und auf die ich ziemliche Hoffnungen gesetzt hatte, sind bisher noch gar nicht oder nur ganz vereinzelt aufgegangen. Aber es gibt auch Kreuzungen, die unzählbar viele knackig grüne Keimlinge mit gedrungenem Wuchs hervorgebracht haben, ganz so wie es sein sollte. Es bleibt also eine spannende Angelegenheit.

Die zweite Fuhre Samen sind Echinocereus, gekauft im Internet bei www. echinocereus.de (Martina Ohr). Hier lauten meine Aufzeichnungen in etwa so: Nix gekommen - 4 Keime - 13 Keime - fast alle da - alle da. Ich hab mal durchgezählt: Von 9 verschiedenen Arten (jeweils 50 Korn) habe ich 450 Korn ausgesät, davon sind bislang rund 252 Korn aufgegangen, also auf jeden Fall mehr als 50 %. Vielleicht lassen sich die, die bisher eine Nullrunde gemacht haben, ja später doch noch sehen. Gerade bei den Frostharten weiß ich nicht genau, wie das Keimverhalten ist, ob sie erst eine Kälteperiode brauchen um zu keimen oder was sonst. Bei Opuntien heißt es ja, man solle die Hoffnung nicht zu schnell aufgeben, weil nach Austrocknung und späterer Wiederbefeuchtung durchaus auch nach zwei Jahren etwas aufgehen kann. Übrigens habe ich bei meinen Opuntiensämlingen, die den Winter im Frühbeet verschlafen haben, auch den Eindruck, als seien dort noch zwei oder drei Samen aufgegangen, die ich vorher noch nicht gesehen habe. Die Natur wird es schon richtig machen, und der Mensch kann nur zusehen und staunen.

Nun komme ich zu meinen Sorgenkindern, den Sulcorebutien. Ich weiß echt nicht, was ich mit denen verkehrt mache. Schon im vergangenen Jahr war die Keimquote gegen Null, wobei ich dachte, ich hätte vielleicht zuviel Wasser in den Gefrierbeutel getan, so dass die Samen vielleicht versumpft sind. Aber auch die Samen, die ich jetzt ausgesät habe, und das waren doch 12 verschiedene Arten, haben bisher nur maximal 3 bis 4 Keimlinge hervorgebracht, manche auch noch gar nichts. Da stimmt doch irgend etwas nicht? Die Samen kamen schon aus einer zuverlässigen Quelle. Ob sie wohl eine längere Lagerzeit benötigen, bevor sie ausgesät werden? Ich werde mich da wohl noch umhören müssen. Für jeden Tipp bin ich dankbar.

Mammillaria! Was hat mich nur geritten, Mammillarien auszusäen? Eigentlich war ich doch immer gegen diese extrem bedornten Gartencenter-Kakteen. Bis ich dann feststellte, dass es dabei durchaus auch ganz andere und toll aussehende Arten gibt. Okay, ich gebe zu, sie enttäuschen mich bisher nicht und haben fast durchweg eine Keimquote von 80 % hervorgebracht. Da kommt sicher noch was auf mich zu.

Nun zu Ariocarpus, wirklich eine Spezies für sich. Etwas für Spezialisten, wie es heißt. Nichts für Unerfahrene. Nun gut, nach über einem Jahr und mit meiner Nase in jedem Kakteenbuch und auf jeder nur auffindbaren Website behaupte ich mal, dass ich mich allmählich auch an diese Gattung herantrauen kann. Heißt es nicht: Versuch macht klug? Da ich ja nun seit kurzem Mitglied in der DKG bin, habe ich mir die dortige Sonderpublikation über Ariocarpen bestellt. Die Bilder in dem Heft sind wirklich einzigartig. So viele Standortfotos und viele, viele Blüten. Dazu eine Beschreibung der verschiedenen Arten und Fundorte. Ein kurzer Einblick in die Aussaat und ein längerer Einblick in das Pfropfen der Ariocarpen (im übrigen sehr gut erklärt). Die 10 Euro waren für mich gut angelegt! Ach ja, und ganz nebenbei, es sind natürlich auch schon einige gekeimt.

Über die ausgesäten Astrophyten will ich gar nicht groß reden: Die kommen garantiert innerhalb von wenigen Tagen hoch. Keimquote fast überwiegend 90 %.

Echinocactus grusonii in zwei Ausführungen - mit gelben und mit weißen Dornen - habe ich eigentlich nur spaßeshalber ausgesät, weil der Samen so billig war. Das Resultat ist bisher eher enttäuschend. Von jeweils rund 50 Korn sind einmal 20 und bei der anderen Art 30 Korn aufgegangen, aber wie: lang und krumm, sich offensichtlich nach dem Licht streckend wie Tomatenkeimlinge. Also dass daraus einmal "Schwiegermuttersitze" werden könnten, wage ich zu bezweifeln.

Escobaria - eigentlich sind sie alle ganz gut aufgegangen, wenn nicht auch hier ein ABER dahinter stünde. Auch sie sind mit dem Zertifikat "zu lang" von mir versehen worden. Schade eigentlich. Ich hätte doch gerne mehr frostresistente Kakteen.

Coryphantha dagegen haben den Beinamen "dicke Pröppel" von mir bekommen. Von 30 Samen sind 35 gekeimt. Ups, wie geht das denn? Naja, man darf sich ja wohl noch verzählen. Alles ist gut mit diesen Keimlingen.

Notocactus uebelmannius, der eine sehr schöne weinrote Blüte bekommen soll und für das Fensterbrett geeignet ist, hat von 30 Korn nur einen Keim hervorgebracht. Ich warte geduldig auf mehr.

Das war es so im Groben bezüglich der Aussaaten. Ich habe versucht, die langen Keime mit einer mehr oder weniger dicken Schicht Kies (Körnung 1 - 2 mm) zu stabilisieren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Im übrigen wird es jetzt am Fenster bei zeitweiser Sonneneinstrahlung (ja - die gibt es noch!) schon wieder zu heiß und es liegt Zeitungspapier zum Schattieren bereit.

Wer bis hierher durchgehalten hat mit dem Lesen, der sei beglückwünscht. Ich verspreche, dass die Teile 2 und 3 nicht mehr ganz so ausufernd werden, aber bei den Aussaaten ging es leider nicht anders. Bis später.

Von Elke Seidel