Herzlich Willkommen.

Auf meiner Homepage werde ich in erster Linie über meine Kakteen berichten. Ein kleiner Raum ist aber auch meinen anderen Hobbies - dem Patchworken und Quilten, dem Stricken und dem Herstellen von Teddybären - gewidmet. Ich hoffe, dass Euch meine Seite gefällt und wünsche viel Spaß beim Stöbern.

Elke

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Tagebuch (Schlagwort: pflanzenbestand)

Doppelte Buchführung

Heute möchte ich meine Art der Katalogisierung meiner Kakteenbestände mit Euch teilen. Vorab sei gesagt, dass es ganz sicher komfortablere und wesentlich einfachere Methoden gibt. Ich für meinen Teil stamme ja noch aus einer Zeit, in der man noch richtig von Hand auf Papier und in Hefte schrieb (na okay, das lernen heutige Schulkinder ja auch noch, bevor es ans Tippen auf der Tastatur geht). Deshalb, und weil ich gerne bestimmte Dinge schnell zur Hand habe, auch mal neben einem schmutzigen Blumentopf oder gar auf der Gartenwiese, verfahre ich folgendermaßen:

Ich  kaufe mir eine Kladde mit stabiler Ringheftung und einem optisch ansprechenden Aussehen. Soll ja nach etwas aussehen und lange halten. Dafür darf es auch etwas kosten, in meinem Fall so etwa 3,95 Euro. Kariert und ohne Rand. Jede Pflanze bekommt ein eigenes Blatt. Der Bestand wurde von Anfang an durchnummeriert, so dass logischerweise rechts oben in der Ecke dick und fett "Nr. 001" (mittlerweile schon "Nr. 1300") steht und daneben die botanisch korrekte Bezeichnung oder das, was der Verkäufer, Verschenker, Tauscher für die korrekte Bezeichnung hielt. Weil dies ja sozusagen die Überschrift ist, die ins Auge fallen muß, wird alles schön unterstrichen. Darunter wird dann vermerkt, wann die Pflanze zu mir kam, woher ich sie habe und - für mich ganz wichtig (für Ehegatten und andere Partner besser nicht  einsehbar!) - der Liebhaberpreis, den ich dafür bezahlt habe. Zum Glück hält sich dieser in den allermeisten Fällen im Rahmen, d. h. unter 5,00 Euro (manchmal sogar deutlich darunter). Portokosten vergessen wir mal. Nur ein einziges Mal prangt hier die Summe von 46,90 Euro für eine ganz besondere Trichocereus-Hybride (diesmal aber inclusive Porto). Sie muß sich ihren Wert aber erst noch mit Blüten verdienen. Das ist aber auch der einzige Ausreißer nach oben. Die ganze Wahrheit über den Punkt "Kosten" erfährt man nur auf elektronischem Wege, doch dazu später noch etwas. Jetzt wird noch ein Lineal an den Neuerwerb angelegt und das ganze Gebilde vermessen (macht man doch bei Neugeborenen auch so). Nein, wiegen tu ich meine Neuzugänge aber wirklich nicht. Eventuell folgt noch eine kurze Beschreibung des Aussehens (boah, hat der schöne Dornen zum Beispiel). Ach ja, soweit verfügbar, wird natürlich der Standort in der Natur angegeben (aber nicht: im Regal zweiter von links, sondern eher "Guanajuato, Mx." oder ählich). Dabei kommen dann schon mal so kryptische Verschlüsselungen wie BC, NBC, SLP zustande, die nur der Kenner zuordnen kann. Mit der Zeit lernt man aber, auch diese Hyroglyphen zu entschlüsseln. Wenn das einzelne Blatt nun immer noch nicht vollgeschrieben ist, was ich natürlich hoffe, sollte der Rest der Seite im Laufe der Zeit mit Angaben über den Zustand der Pflanze, die Blüte (wann, wie, wie oft, wie schön, wie viel etc.), die Düngung, die Substratmischung, eventuelle Kinderkrankheiten (Masern, Keuchhusten... nein eher (oder besser nicht): Wolläuse, Schneckenfraß u. ä.) gefüllt werden. Anfangs, als ich noch sehr blauäugig war den Bestand meiner Pflanzen betreffend, hatte ich sogar ein einfaches Düngeschema auf jedes Blatt geschrieben. Denke aber keiner, dass er bei rund 1000 Pflanzen (eingeschlossen aller Aussaaten) hier noch einen Stift in die Hand nimmt und bei jedem Kaktus notiert, wann und wie er gedüngt und gegossen wurde. In der Praxis wird gedüngt nach Bauchgefühl und gut ist es. Wer nichts abbekommt, hat Pech gehabt. Auf Einzelschicksale kann ich leider keine Rücksicht nehmen.

Nachteil meiner handschriftlichen Methode ist, dass mittlerweile ein halber Meter Kladden im Schrank steht (aber immerhin sind es schöne!). Nach dem Motto "Doppelt hält besser" und "Sicher ist sicher" und um den Überblick über die einzelnen Gattungen zu behalten, existiert auch noch eine Excel-Liste im PC. Was soll ich sagen - EINE? - nein, diese Liste wird gehütet wie mein Augapfel und regelmäßig noch als Sicherheitskopie an zwei anderen Stellen abgelegt. Wenn DIE Liste mal weg sein sollte, wird es haarig. Diese Liste beinhaltet in groben Zügen die gleichen Angaben, wie meine Kladden. Es ist jedoch lediglich eine Auflistung der wichtigsten Daten, und Pflegemaßnahmen kommen hier nicht mit hinein. Durch die unendlichen Möglichkeiten von Excel kann ich aber mit ein paar Klicks sogleich herausfinden, wieviele Pflanzen einer bestimmten Gattung ich nun eigentlich habe. Das ist nun insofern wichtig, damit ich nicht versehentlich eine Zweit- oder gar Drittpflanze einer bestimmten Art kaufe. Da ich natürlich auf Börsen keinen Laptop mitschleppe und meine Einkaufslisten grundsätzlich zu Hause vergesse, kommt es natürlich dennoch gelegentlich vor, dass man sich in genau die gleiche Pflanzenart wieder verguckt und sie nach Hause schleppt. Doppelte Buchführung eben auch hier, was man hat, das hat man, falls mal eine Pflanze das Zeitliche segnet. Ach ja, und vielleicht ist es ja dann doch ein anderer Standort, man weiß ja nie, wozu eine Zweitpflanze gut ist.

Ach so, ich wollte ja noch zum Thema "Kosten" etwas schreiben. Da ist die Excelliste natürlich  der manuellen Methode weit voraus. Es gibt ja schließlich diese schöne "Summenfunktion" oben in der Leiste, bei deren Benutzung (nicht allzu oft!) ich immer sehr ambivalente Gefühle hege. Muß ich das jetzt wirklich wissen?

 

Von Elke Seidel